Finnische Jugendliche blicken hinter die Kulissen von JAM – der Jugendarbeit im Landkreis Bamberg

Es entstand alles aus einer euphorischen Idee während einer Exkursion finnischer Sozialarbeiterinnen zum Jugendhilfeträger iSo – Innovative Sozialarbeit e. V. im Frühjahr 2019.

Damals war es ein internationaler Austausch unter KollegInnen, der Begeisterung für einander weckte. Nun organisierten PädagogInnendes Projektes JAM (JugendArbeitsModell – Jugendarbeit im Landkreis Bamberg, iSo e. V.) und PädagogInnen aus Pyhäjoen kunta (Finnland) einen internationalen Austausch zwischen deutschen und finnischen Jugendlichen.

Innerhalb eines halben Jahres wurde das internationale Partizipationsprojekt „Rural youth – there and back again” im Rahmen des Erasmus+ Programms erarbeitet. Knapp 5.000 Euro Fördermittel konnten dadurch akquiriert werden. Ziel des Projektes ist es, einen interkulturellen Austausch zwischen jugendlichem Leben im ländlichen Raum zu ermöglichen, voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu inspirieren. iSo ist nun Mitglied des Erasmus+ Programms und konnte durch die intensive Zusammenarbeit mit den finnischen Kolleginnen erste Expertisen für zukünftige Austauschprogramme sammeln.

Im Sommer 2019 wurde das deutsch-finnische Projekt schließlich verwirklicht. Vom 03. bis 10. August 2019 trafen zehn finnische SchülerInnen (zwischen 14 und 18 Jahren) und elf deutsche Jugendliche (zwischen 12 und 16 Jahren) aus insgesamt drei JAM-Gemeinden (Schlüsselfeld, Strullendorf, Memmelsdorf) aufeinander, um sich kennenzulernen und ihre Kulturen gegenseitig vorzustellen.

Ein buntes Wochenprogramm, das durch die mediale Begleitung und medienpädagogische Workshops des iSo-Projekts „AHA! – Tutorialclips von Jugendlichen für Jugendliche“ gerahmt wurde, sorgte für intensiven Austausch und enge Vernetzung zwischen den Teilnehmenden.

Eingeläutet wurde die Aktionswoche durch einen Tag in Strullendorf und einer Schnitzeljagd zu populären Plätzen der Gemeinde, die ortsansässigen Jugendlichen eigenständig organisierten. Die finnischen BesucherInnen lernten dabei viel über die Jugendarbeit im Gemeinwesen kennen. Besonderheiten, wie zum Beispiel das Jugendparlament Strullendorfs, weckten großes Interesse. Der anschließende Grillabend im kürzlich zum Jugendzentrum umgestalteten alten Strullendorfer Bahnhof und die offizielle Begrüßung durch die Jugendbeauftragte Andrea Spörlein sorgten für einen gelungenen ersten Tag, der die Vorfreude auf das Kommende weiter wachsen ließ.

Die darauffolgenden Tage waren unter anderem politisch geprägt durch Workshops zum Thema „Mobilität und jugendliches Leben im ländlichen Raum im finnisch-deutschem Vergleich“, organisiert vom Projekt „Demokratie Leben!“ oder durch einen Besuch im Dokumentationszentrum Nürnberg.

Durch Workshops zum Thema Graffiti, Veranstaltungstechnik und gemeinsames „Jammen und DJ-en“ wurde besonders die Jugend(sub)kultur im Jugendzentrum am Margaretendamm Bamberg erlebbar gemacht. Sportliches Highlight des Austauschs war definitiv das „Capture the Flag“-Turnier im Bamberger Hain mit ca. 50 Jugendlichen. Dem internationalen Teamgeist wurde dabei durch gemischte finnisch-deutsche Teams richtig eingeheizt.

Bei einem perfekten internationalen Dinner brachten sich die jugendlichen Teams in insgesamt drei Gängen die klassisch deutsche und finnische Küche näher und erprobten anschließend im Rahmen eines bunten Abends gemeinsam ländertypische Partyspiele.

Die intensive Woche, die viele Eindrücken, prägende Erlebnisse und freundschaftliche Vernetzung hervorbrachte, wurde schließlich mit einer von den Jugendlichen gemeinschaftlich organisierten Abschlussparty im Jugendzentrum am Margaretendamm gekrönt.

Der Abschied war gewiss nicht leicht, doch was bleibt, sind die verbindenden Momente und die Vorfreude auf einen hoffentlich bald zustande kommenden Gegenbesuch.

In diesem Sinne „Nähdään Suomessa – See you in Finland!“

”Tervetuloa Saksaan – Welcome to Germany!”