Jugendliche hinterlassen Spuren in ihrer Gemeinde

Unter der Leitung der Gemeindejungendpflegerin Anna Beck (JAM Memmelsdorf) entstand in den letzten Wochen ein neuer, interaktiver Barfußpfad am Spielplatz in der Filzgasse in Memmelsdorf.

Im Rahmen der offenen Treffs für Kinder und Jugendliche aus der Gemeinde Memmelsdorf wird regelmäßig der nahegelegene Spielplatz in der Filzgasse genutzt. Immer wieder wurde von den Jugendlichen der Wunsch geäußert, mehr aus der Fläche neben dem Spielplatz herausholen zu wollen. Gemeinsam machten sich die Kinder, Jugendlichen und die hauptamtliche Jugendpflegerin Anna Beck Gedanken über eine mögliche Neugestaltung. So entstand schließlich die Idee eines Barfußpfades.

Es sollte nicht irgendein Barfußpfad sein, sondern einer, der sich von anderen abhebt. Das besondere sollte die Verbindung sinnlicher Wahrnehmung mit niedrigschwelligen, interaktiven Elementen sein.

Und Action!

Ende Oktober war es dann so weit, der Bau des Barfußpfades begann. Bereits bei der Begrüßung der Jugendlichen vor Ort brachte es Bürgermeister Gerd Schneider auf den Punkt: „Ihr werdet ziemlich von den Socken sein, nämlich barfuß. Lehm, Gras, Wasser, frische Luft und vor allem ganz viel Kletterspaß wird euch als Besucher*innen erwarten. Genauso wie eine Fußreflexzonenmassage regen so ein Spaziergang über Holzstämme, Moos, Steine, Kastanien und Stroh den gesamten Organismus an. Ein ganz neues Highlight neben dem Kinderspielplatz an der Filzgasse nicht nur für Kinder, sondern auch für alle neugierigen Erwachsenen!“

Eine Woche verbrachten die 7. und 8. Klasse der Ferdinand-Dietz Mittelschule Memmelsdorf auf der Baustelle. Nach wichtigen Sicherheitseinweisungen ging es dann so richtig los. Unter Anleitung von Tanja Potrykus von der Firma conTaPo Spielplätze und Zimmerermeister Lucas Büchner wurde gehämmert, gebohrt, gebuddelt und gesägt. Johann fand es beispielsweise besonders toll zu schleifen und war begeistert, dass seine Klasse 8a den Barfußpfad mit bauen durfte. Von der Übertragung des Entwurfs auf die Fläche, über das Sammeln der Naturmaterialien für die Füllung der Sinneserlebnisfelder, bis hin zur Fertigstellung des Barfußpfades. Die Jugendlichen waren von Beginn am Projekt beteiligt und haben es aktiv mitgestaltet. Die Lehrerin Katharina Stubenrauch war der Ansicht: „Wegen mir bräuchte es keine Klassenzimmer. Wir könnten immer Projekte wie dieses draußen im Leben durchführen!“. Und das sahen die Schüler*innen ähnlich. „Das Projekt ist viel besser als Unterricht und macht auch noch unglaublich viel Spaß!“, so Joshua. Staubig und die Schuhe voller Erde ging es am Ende des Tages stolz und müde nach Hause. Trotzdem konnten es die Schüler*innen kaum abwarten, am nächsten Tag weiterzuarbeiten und die Fortschritte zu sehen. Zum Ende der Projektwoche zogen Isabel und Ernest ein Fazit: „Es war anstrengend und hart, aber am Ende hat es sich mehr als gelohnt!“. Auch der Klassenleiter Axel Schmid betonte: „Das ist ein tolles Projekt! Alle Schüler*innen waren begeistert bei der Arbeit und haben dabei viel fürs Leben gelernt! Wir sind immer offen für solche Projekte!“.

Hämmern für die Zukunft

Ein positiver Nebeneffekt eröffnete sich durch die Einbindung zahlreicher Jugendlicher in die Planung, Gestaltung und den Bau der Anlage. Zimmerermeister Lucas Büchner war begeistert, wie gut alle Jugendlichen mit anpackten. Eine derartige Baumaßnahme böte Jugendlichen die Chance, sich handwerklich auszuprobieren und vielleicht fühle sich der/die Eine oder Andere dadurch ermutigt, eine Ausbildung in einem Handwerksberuf anzustreben.

„Die Jugendlichen haben sich durch eigenes, aktives Handeln einen Ort geschaffen, an dem sie sich gerne aufhalten.“, begeistert sich Gemeindejugendpflegerin Anna Beck. Ihr Ziel sei es, möglichst viele Jugendliche in der Gemeinde zu erreichen und durch gemeinsame Projekte die Entwicklung der Jugendlichen zu fördern.

Und jetzt?

Die gröbsten Arbeiten sind nun erledigt. In den nächsten Wochen werden Jugendliche einen Audioguide erstellen, der motorische Fähigkeiten, Koordination und Konzentration fördern soll und mit Hilfe von QR-Codes unkompliziert für alle sofort abrufbar ist. Außerdem müssen die Sinnesfelder mit Naturmaterialien gefüllt und die Eröffnungsfeier geplant werden. Dann kann der Barfußpfad voraussichtlich Ende November von den Jugendlichen an die Öffentlichkeit als Ort der Begegnung für Besucher*innen aller Altersklassen und Kulturen übergeben werden.