Am 30.09.2019 startete erstmals die Maßnahme „Aktiv – Flucht und Migration“ mit 14 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dieses Programm richtet sich besonders an Menschen mit Fluchthintergrund, die wegen noch geringer Deutschsprachkenntnisse eine intensivere Betreuung und Unterstützung bei der Arbeitssuche benötigen. Initiiert wird die Maßnahme vom Jobcenter und in Zusammenarbeit mit iSo – Innovative Sozialarbeit durchgeführt.

Aufbau

„Aktiv – Flucht und Migration“ ist dabei in 3 Module untergegliedert:

Modul 1 umfasst eine 8-wöchige gemeinsame Einführungskursphase. In diesem Zeitraum erlernen die Teilnehmenden sowohl Grundlagen der deutschen Sprache wie auch Kenntnisse über das richtige Bewerben, Anträge und Formulare ausfüllen sowie die Arbeitsrichtlinien in Deutschland. Neben den theoretischen Übungen werden in konkreten Praxisübungen zusätzlich Kompetenzen für Alltagssituationen vermittelt.

Modul 2 fokussiert sich in einer 12-wöchigen Phase auf die Einzelfallbetreuung in welcher der Arbeitssuchende intensiv beraten und bei der Arbeits- und Praktikumssuche sowie Amts- oder Gesprächsterminen von den SozialpädagogInnen individuell begleitet, unterstützt und gestärkt wird.

Modul 3 umfasst ebenfalls eine 12-wöchige Betreuungsleistung, die sich besonders auf die erste Phase nach der Arbeitsfindung konzentriert. Besonders in dieser Zeit ist eine sozialpädagogische und individuelle Begleitung von hoher Relevanz. Dies bezieht sich unter anderem auf Vermittlungsarbeit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber sowie weitere Unterstützungsarbeit bei bürokratischen Angelegenheiten. Die Betreuungsleistung, die bei Bedarf in Anspruch genommen werden kann, soll eine erneute Arbeitslosigkeit oder Kündigung verhindern.

Zahlen und Fakten

Seit Beginn nutzen 12 Männer und 2 Frauen aus den Ländern Äthiopien, Eritrea, Afghanistan, Irak und Syrien die Angebote des Projekts.

Aktuell befinden sich alle Teilnehmenden in Modul 1, der gemeinsamen Kursphase. Außerdem wurden bereits zahlreiche Praxisausflüge in die Bamberger Innenstadt unternommen, die der Vermittlung alltagsrelevanter Kompetenzen dienten. Im Rahmen von geselligen kleinen Veranstaltungen und Kochaktionen wurde besonders auch das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Gruppe gestärkt. Jeder Teilnehmende brachte bisher mindestens einmal ein traditionelles Essen aus seinem Heimatland mit. Dabei entstanden oftmals ein faszinierender kultureller Austausch über kulinarische Besonderheiten der verschiedenen Nationen.

Fazit

Die Resonanz zu Modul 1 war seitens der Teilnehmerinnen und Teilnehmern bisher sehr gut. Besonders gelobt wurde, dass intensiver auf die einzelnen Bedarfe eingegangen wurde und im Gegensatz zu üblichen Deutschkursen die Geschwindigkeit der Inhaltsvermittlung individueller abgestimmt wurde. Das führte wiederum zu einer positiven Gruppenharmonie und Motivation unter den Teilnehmenden, was sich unter anderem auch anhand der geringen Fehltage und –zeiten belegen lässt.

Seit Beginn des neuen Jahres konnten bereits ein paar der Geflüchteten ein Praktikum absolvieren, haben ein Bewerbungsgespräch gemeistert oder sogar eine (befristete) Festanstellung erhalten.

Im Großen und Ganzen lässt sich resümieren, dass die Maßnahmen „Aktiv – Flucht und Migration“ einen positiven Start hatte und sich bereits über einige Erfolge freuen kann. Ab dem 1. Februar 2020 geht das Projekt bereits in die zweite Runde mit neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

„Aktiv – Flucht und Migration“ startet